Tätigkeitsbericht 2008

Das Jahr 2008 war ein ereignisreiches Jahr für den Stadtjugendring. Nach den turbulenten Jahren zuvor stand der Stadtjugendring Ende 2007 ohne Geschäftsleitung da und musste die vom Gemeinderat beschlossene Umwandlung des Vereins in eine GmbH umsetzen. Das war eine Herausforderung für alle. Die Spielräume waren eng und es hieß schnell und zielgerichtet zu handeln. Der damalige Leiter der Mobilen Jugendarbeit übernahm die kommissarische Geschäftsführung und zusammen mit dem Leitungsteam, den Leitern der Fachbereiche, wurde in wöchentlichen Treffen eine Strategie für den Aufbau der neuen SJR Betriebs GmbH entwickelt und umgesetzt. Unterstützend kam hinzu, dass schnell eine neue stellvertretende Geschäftsführerin gefunden werden konnte, die kompetent und engagiert an diesem Prozess mitarbeitete. Letztendlich war es aber das Engagement und der Arbeitseinsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Entwicklungsprozess bis heute äußerst erfolgreich gelingen ließ. Neben dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gab es aber auch viel Unterstützung durch den Vorstand des Hauptgesellschafters des Stadtjugendrings e.V. und durch den neuen Minderheitengesellschafter die Stadt Pforzheim. Besonderen Dank gebührt hier dem Dezernat III, dem Rechtsamt, der Kämmerei, dem Personal- und Organisationsamt und der Jugendförderung.

Es gab und gibt aber noch mehr Entwicklungen, die das Jahr 2008 geprägt haben, die aber nicht nur den Stadtjugendring, sondern die gesamte Jugendhilfelandschaft und nicht nur in Pforzheim betreffen. Sozialarbeit war früher eine Aufgabe, die einem Träger übertragen wurde und diese Arbeit wurde entsprechend bezahlt. Im Rahmen der Ökonomisierung der Sozialen Arbeit ist die soziale Leistung eines Trägers zum Produkt geworden, welches er auf dem sozialen Markt anbietet. So entstand ein „sozialer Markt“ mit allen Mechanismen, die ein Markt hat: Konkurrenz, Kosten-/Nutzenrechnung, Vermarktung. Der Stadtjugendring bietet nun Leistungen an, die zwischen dem Geldgeber und dem Träger in Form von Leistungsvereinbarungen festgeschrieben sind. Der Stadtjugendring bekommt ein Budget mit dem er wirtschaftlich haushalten muss, wenn er die vereinbarten Leistungen erfüllt. Die Kostenentwicklung und die Erträge der SJR Betriebs GmbH sind von den Gesellschaftern jederzeit einsehbar und transparent. Das bedeutet eine größere wirtschaftliche Kontrolle, aber auch eine höhere Finanzsicherheit.

Der Stadtjugendring hat sich als SJR Betriebs GmbH in Pforzheim als Jugendhilfe- und Jugendbildungsträger fest etabliert. Dies wird in den Beiträgen dieses Jahresberichts deutlich. Wir haben entsprechend unseres Leitbildes ein Profil entwickelt, das unsere Aufgaben klar definiert.
Traditionell sind wir Anbieter von offener und aufsuchender Jugend- und Jugendsozialarbeit, gewährleistet durch unsere Einrichtungen vom Haus der Jugend, Eastend, die Jugendtreffs in den Stadt- und Ortsteilen über die Mobile Jugendarbeit bis hin zur Streetwork Innenstadt, ein Kooperationsprojekt zwischen dem Stadtjugendring und der Aktionsgemeinschaft Drogen. Immer größere Bedeutung gewinnt die Kinder- und Jugendbildung und Kulturarbeit, besonders in Kooperation mit Schulen und Ganztagsangeboten. Mit der Weiterfinanzierung des Bereichs MOKI – Mobile Angebote für Kinder - durch die Stadt sind nicht nur „Puzzelheim“ und die Stadtranderholung gesichert, sondern auch viele pädagogische Angebote an Schulen. Kinder- und Jugendfreizeiten sind traditionell beim Stadt-jugendring eng mit Lindelbrunn und Hoheneck verbunden. Heute umfasst dieser Fachbereich weit mehr. Auch hier gibt es inzwischen enge Verbindungen zu Bildung und Schule. So werden regelmäßig mit „Cool on Tour“ Landschulheimaufenthalte als Kompaktprogramm für Schulen angeboten und auch zahlreich gebucht. Neu hinzugekommen sind dieses Jahr die Kompetenzagentur und Vimob, die wie das Jobmobil dem Bereich „Übergang Schule – Beruf“, sowie soziale Integration, zu zuordnen sind. Auch dieser Bereich gewinnt immer mehr an Bedeutung. Er ist nur zum geringen Teil kommunal finanziert, sondern überwiegend über Bundes-, EU- und ESF-Mittel.

Vergessen beim Thema Jugendkultur darf man nicht den seit Jahrzehnten kontinuierlich und erfolgreich laufenden Jugendfilmring (JUFI) und die Initiative „Gute Toene“ getragen von der MIPF. Dies sind selbstständige und ehrenamtlich geführte Initiativen, deren Arbeit wir sehr schätzen und im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.

Die SJR Betriebs GmbH als Gesellschaft des Stadtjugendrings sieht sich als Sprachrohr und Lobby der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt. Wir werden auch weiterhin in diesem Sinne aktiv und innovativ tätig sein. Wir wissen, dass wir nur erfolgreich sein können mit Hilfe der Kinder und Jugendlichen selbst, mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit ehrenamtlicher Unterstützung, mit Hilfe der Eltern und mit Unterstützung der Kommune. Wir danken allen, die uns bisher auf diesem Weg unterstützt haben und in Zukunft unterstützen werden.

 
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